Die Geschichte vom Ei
Wenn man von der Geschichte des Eies spricht, muss man sich zwangsläufig
mit der Henne beschäftigen. Und da interessiert weniger die Frage, wer
zuerst da war, sondern vielmehr woher unser eierlegendes Haushuhn
eigentlich kommt.
Hier die Antwort :
Es kommt aus dem Dschungel.
Und zwar aus dem Indischen.
Vor mehr als
5000 Jahren wurden die kleinen gelbschalige Eier legenden Bankivahühner
in Indien domestiziert.
Die alten Griechen schliesslich züchteten vor
mehr als 2000 Jahren das Dschungelhuhn weiter und erfreuten sich alsbald
diverser Eierspeisen.
Dann nahm das Ei, beziehungsweise das Huhn den
Weg, den so viele Nahrungsmittel auf ihre Reise um die Welt genommen
haben.
Von Griechenland ging es über Gallien nach Rom und von dort
schliesslich nach Germanien, wo es nicht nur begehrtes Nahrungsmittel
wurde, sondern auch ein Symbol der Fruchtbarkeit.
Welchen Siegeszug das Ei dann im Laufe der Jahrhunderte antrat, mag der
Bericht von Rudolf Habs beweisen, der bereits 1821 schrieb:
Meister
Alexandre Balthasar Laurent Grimod de la Teyniere kannte schon im Jahre
1834 nicht weniger als 543 Eiergerichte.
Jetzt (also 1882) zählen wir
etwas über 600, und so würde ein besonderes Eierkochbuch ganz am Platze
sein, sowohl der Kunst wie auch der Wissenschaft wegen.
Und dann
lässt sich Rudolf Habs über die Vielfalt der Eier aus, schwärmt über die
verschiedenen Arten dies Rühreies, lobt die Geschwader der Eierkuchen
und preist die Spezialitäten wie Schönebecker Soleier das Berliner
Knickebein oder das Schweizer Fondue.
Nicht widersprochen werden kann seinem Fazit: Kurz und gut, das Ei ist zu allem fähig.
Mit der Geschichte des Eies eng zu verknüpfen sind die Geschichtchen,
die Legenden und die Bräuche, die sich hinter der Schale des
wohlschmeckenden Ovals verbergen.
So hatte das Ei nicht nur als
wertvoller Energiespender seine herausragende Bedeutung, sondern auch im
Glauben der Menschen.
Praktisch überall auf der Welt galt das Ei als
Sinnbild der Fruchtbarkeit, und im alten China wurden als Zeichen der
Wiedergeburt Eier als Dank bei den Frühlingsfesten geopfert.
Welch wichtige Rolle das Ei im Altertum innehatte, belegt die Tatsache,
dass die alten Ägypter, die alten Griechen und die Kinder unverrückbar
der Ansicht waren, dass das Universum aus dem Weltei hervorging.
Völker
und Stämme in Nordafrika sahen im Ei ein Symbol für Tod und Auferstehung
der Gottheit in der ersten Mysterien - Religion.
Und auch die Christen
setzten die Geburt aus dem Ei mit der Auferstehung gleich.
Aus diesem Glauben heraus entwickelte sich die Meinung, dass das Ei
magische Kräfte habe und vor allem stetige Fruchtbarkeit garantiere.
Was
zum Beispiel in der Landwirtschaft zum Ausdruck kam.
So schmierten
germanische und slawische Bauern am Gründonnerstag ihre Ackergeräte mit
einem Teig aus Eiern, Mehl und Brot ein, auf dass die Saat prächtig
gedeihe.
Und natürlich wurde das Ei auch mit dem persönlichen Glück oder
Unglück in Verbindung gebracht.
So musste zum Beispiel im 17.
Jahrhundert eine Braut in Frankreich vor dem Betreten ihres neuen Heimes
ein Ei auf der Türschwelle zerschlagen; andererseits brachte es
Unglück, wenn Eier nach Einbruch der Dunkelheit ins Haus hinein - oder
aus dem Haus herausgetragen wurden.
Genauso rechnete man den Eierschalen üble Nachwirkungen zu.
Die Römer
vernichteten die Eierschalen völlig, weil sie Angst vor einer
Verzauberung hatten, die Engländer glaubten, Hexen schrieben
Zaubersprüche hinein und flögen mir ihnen herum und ganz generell
stellten sie die bei der Wiedergeburt zerbrochene Welt dar.
Die bekanntesten Bräuche ranken sich jedoch um das Osterei.
Wobei die
Gepflogenheiten, Eier zu färben und zu verschenken, bereites in der
Antike bekannt war.
Schon im alten China, in Persien und in Griechenland
wurden bunt bemalte Eier an Freunde oder Bekannte weitergegeben.
Wahrscheinlich brachten dann Kreuzfahrer die Sitte des Eier -
Verschenkens in unsere Gefilde.
Und in Grossbritannien des Mittelalters
war die beliebteste Farbe beim Eierfärber rot, während die Eier für den
König gülden verziert waren.
Warum bei uns allerdings der Osterhase die
gefärbten Eier bringt und versteckt, ist bis heute noch nicht endgültig
geklärt, zumal in anderen Ländern Fuchs, Storch, Kuckuck oder gar Esel,
die österlichen Eierlieferanten sind.
Die älteste Nachweise des
Kinderglaubens, dass Meister Lampe die Eier bringt, stammen übrigens aus dem Saarland und dem Neckartal und datieren auf die Jahre 1638 beziehungsweise 1682.
Und als würden die Hühner wissen, dass das Ei an Ostern ein gefragtes
Objekt ist, produzieren sie in der Frühjahrszeit die meisten Eier im
Jahr.
Denn auch sie freuen sich, dass der kalte Winter vorbei ist.
Nährwerte eines Hühnerei
Durch ihren hohen Gehalt an Proteinen (Eiweiß)und den enthaltenen Vitaminen und Nährstoffen bieten Eier
eine wichtige Grundlage für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Ein Ei deckt den Tagesbedarf an Proteinen zu 15 % ab. Interessant dabei ist, das das Ei die vom Körper als Bausteine
für Körperzellen benötigten Proteine in einer besonders günstigen Zusammen- setzung enthält.
Das macht das Hühnerei so wertvoll.
Eigelb und Eiklar sind in ihrer Zusammensetzung verschieden.
Der Proteingehalt und die Vitamine sind überwiegend im Eigelb enthalten.
Neben dem wichtigste Vitamin im Ei, dem Vitamin A,
sind bis auf Vitamin C alle lebensnotwendigen Vitamine, wie E, B1, B2, B6 und K enthalten.
Der Eisengehalt eines Eies deckt den durchschnittlichen Tagesbedarf zu 10%.
Ein Hühnerei mit
ca. 54 g Essbarem Anteil enthält:
Protein (Eiweiß) 7 g
Fett 6 g
Kohlenhydrate 0,4 g
Mineralstoffe:
Kalium 79 mg Calcium 30 mg Phosphor 135 mg Natrium 77 mg
Magnesium 8 mg Eisen 1 mg Vitamine: Vitamin A 0,1 mg Vitamin B1 0,05 mg Vitamin
B2 0,2 mg Vitamin E 0,94 mg Vitamin K 0,04 mg Folsäure 0,05 mg Cholesterin 211
mg Energie 94,5 Kcal/ 395,5 KJ
***Quelle der Werte sind aus Wikipedia***
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